Wird zur Zeit überarbeitet!!!

Füsing gehörte seit 1784 zum Lindauer Hegereiterberitt, dem 8 Kirchspiele und 35 Dörfer angehörten. Von dieser Zeit an bildete das Jagdgesetz für die Herzogtümer Schleswig und Holstein die Grundlage für das Jagdwesen. Seit 1864 stellten viele Gemeinden Anträge auf Unterjagd in ihren Dörfern. Nach der preußischen Gemeindeordnung entstanden seit 1869 die gemeinschaftlichen Jagdbezirke innerhalb der Gemeindegrenzen. Die jagdlich nutzbaren Flächen wurden durch die Gemeindevertreter verpachtet. Grundeigentümer mit einer arrondierten Fläche von mindestens 75 ha verfügten über einen Eigenjagdbezirk. Jeder Bürger, der im Besitz eines Jagdscheines war, hatte damit die Berechtigung zur Jagdausübung. Die Folge war, dass ca. 100 Jahre lang auf den Feldern des Dorfes kaum Wild anzutreffen war. Der Grundsatz der Hege und Pflege wurde in dieser nicht beachtet.

Dieses sinnlose Jagen fand Anfang des 20. Jh. ein Ende. Die Jäger im Raum Angeln gründeten drei Jagdvereine : Den Südangler-, Mittelangler- und Nordangler Jagdverein. Füsing gehörte zum 1901 gegründeten Südangler Jagdverein. Das Hauptaugenmerk der Jäger richtete sich seitdem nicht mehr auf den wirtschaftlichen Gewinn, sondern lag im Bereich der Hege.

Seit dem Übergang der Jagdhoheit an die einzelnen Gemarkungen lag die Jagdausübung (Pachtung) in Füsing immer in Händen von ortsansässigen Hufnern und Kätnern. Der älteste noch vorliegende Jagdpachtvertrag vom 20. 10. 1896 hat im 1. Paragraphen folgenden Wortlaut: „Es verpachtet der unterzeichnete Gemeindevorsteher die Jagdnutzung auf der Füsinger Feldmark auf fünf fahre und zwar vom 1.ten September 1895 bis 1.ten September 1900 für die jährliche Pachtsumme von 150 M — buchstäblich einhundertfünfzig Mark — an die nachstehend Unterzeichneten. Die Verpachtung kommt nach der jährlich zu zahlenden Pacht zum Aufgebot, es wird kein Gebot unter 1 Mark angenommen, den Höchstbietenden wird der Zuschlag erteilt, doch wird in allen Fällen, sowie über Annahme und Nichtannahme der Gebote die 2stündige Approbation der Gemeindevertretung vorbehalten.“

Die Jagdgenossenschaft Füsing umfasste bis 1999 eine Fläche von rund 750 ha Land und 300 ha Gewässer der Schlei. Seit 1999 ist das Naturschutzgebiet Reesholm und ein Teil des Broholmer Waldes und das Fsinger Moor herausgenommen worden und umfasst nur noch 650 ha. Das Jagdrevier von Füsing liegt nördlich der Schlei und wird begrezt im Süden von dem nörlichen Schleiufer ausser Reesholm. Im Westen und im Norden durch die Füsinger Au. Im Osten von der Geelbek, dem Westrand des Füsinger Moor und der westliche Waldrand Bornholm bis zur Füsinger Au. Ein typisches Niederwildrevier hauptsächlich Landwirtschaftlich genutzt.

Die Kreisstraße, die mit hoher Geschwindigkeit befahren wird, führt auf 2,5 km Länge durch die Jagdfläche und es kommt daher eine beachtliche Stückzahl, durch Kraftfahrzeuge, an Fallwild zusammen. Der Wildbestand ist, wie auch in anderen Jagdbezirken, stark zurückgegangen. Seit Mitte der fünfziger Jahre hat sich auch das Damwild in der Füsinger Gemarkung als Wechselwild angesiedelt. Es ist jedoch sehr unstet. Verteilt in genau bestimmten Stückzahlen bis Süderbrarup über viele Jagdbezirke, wird es im Stoppverfahren zum Abschuss freigegeben. Bisher ist nur ein Hirschkalb als Verkehrsopfer gefallen.

Dem Rehwildbestand und den Hasenbesatz kann man als mäßig bezeichnen, während das Rebhuhn so gut wie verschwunden ist. Da auch der Fasanenbestand stark zurückging, versuchen die Jäger mit besonderen Hegemaßnahmen eine Vermehrung zu erreichen.