Wasserbeschaffungsverband Füsing

(Körperschaft des öffentlichen Rechts)

Nach dem Winter 1928/29 hatte sich der Grundwasserspiegel im Oberdorf der Gemeinde Füsing um 11/2 bis 2 Meter gesenkt, die Bauern mussten diese Veränderungen für ihre viehreichen Betriebe bitter zur Kenntnis nehmen. Viele Brunnen versiegten ganz, einige teilweise. Die Bauern waren gezwungen, während der Wintermonate, wenn das Milchvieh aufgestallt war, täglich das Tränkwasser aus der Füsinger Au heranzufahren. Glücklicherweise fließt die Füsinger Au nur 1 km vom Ort vorbei. Wenn alle Brunnen versiegt wären, stände dennoch für das Vieh genügend Tränkwasser zur Verfügung. Auf die Dauer war diese Arbeit aber eine zu große Belastung für die Höfe. 10 Jahre später entschlossen sich, die Bürger von Füsing entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, um Abhilfe zu schaffen.

Der damalige Bürgermeister Detlef Petersen und einige Gemeindevertreter stellten beim Landrat in Schleswig einen Antrag ein kleines Werk zur Wasserversorgung der geschlossenen Ortschaft bauen zu dürfen. Die Folgen des Kriegsjahres 1940 waren für die Materialbeschaffung äußerst schwierig, die Wirtschaftsämter hielten alle Mittel für die Landesverteidigung zurück. Die Genehmigung des Vorhabens war sehr fraglich. Ohne den Fürsprecher, den damaligen Landrat und Vizeadmiral a. D. Kolbe, wäre das Vorhaben wohl gescheitert. Durch seine persönliche Fürsprache jedoch, gelang der Plan. 
Die Dorfschaft Füsing ist heute noch dankbar.

Im April des Jahres 1941 begann durch die Firma Iwers aus Süderstapel die Brunnenbohrung. Der erste Bohrversuch bereits glückte und brachte genügend Wasser. Die Materialbeschaffung für das Leitungsnetz innerhalb der Ortschaft war das nächste Problem, doch auch hier war der Landrat behilflich. Durch seine Fürsprache gelang es dem Brunnenbauer Iwers, einen Posten Mannesmann-Stahlrohre für die Ortschaft Füsing freizubekommen. Leider fehlten die Arbeitskräfte, um die Verlegung des Rohrnetzes durchzuführen. Für die Meierei wurde eine oberirdische provisorische Leitung vom Brunnen über Lausens Hof zur Meierei verlegt.

Erst im Herbst des Kriegsjahres 1944 wurde mit Hilfe von Kriegsgefangenen die Wasserleitung vom Werk bis zur Meierei vorschriftsmäßig auf 1,40 m Tiefe verlegt. Nach Kriegsende bis im Jahr 1947 wurde die Leitung vom Oberdorf bis zum Unterdorf fertig gestellt. 1948 wurde die Ringleitung verlegt. Das Rohrnetz war nach vielen Mühen geschlossen.

Der Ausbau des Brunnenhäuschens erfolgte ebenfalls in Etappen. Der nach dem Kriege zurückgekehrte Amtmann Johannes Petersen war für die Gemeinde der Förderer des Wasserwerkes. Durch sein Engagement ist das Wasserwerk nach und nach in mehreren Bauabschnitten immer weiter ausgebaut und vervollständigt worden. Am 30. 09. 1954 wurde die Wassergenossenschaft Füsing in einen Wasserbeschaffungsverband (öffentlich rechtliche Körperschaft) umgewandelt. Die Umwandlung war notwendig, um für den Ausbau Beihilfen sowie verwaltungsmäßig größere Vollmachten zu erhalten. Im Laufe der Zeit hatte sich ergeben, dass die Einrichtung des Wasserwerkes nicht mehr den erhöhten Anforderungen gewachsen war. Das aus dem Brunnen geförderte Wasser war sehr eisenhaltig. Die Hausfrauen klagten über rostige Wäsche, und die sonstigen sanitären Anlagen zeigten vielfach einen hässlichen braunen Belag.

Nach mehrjährigen Planungen schritt man dann 1954 zum zweiten Umbau. Das Wasserhaus wurde vergrößert, damit die notwendigen Apparate untergebracht werden konnten. Die Firma Bollmann aus Hamburg baute einen 3000-l-Filterkessel ein. Außerdem wurde eine Feuerlöschpumpe mit Benzinantrieb installiert, um bei Ausfall des elektrischen Stroms unabhängig zu sein. In den gesamten Umbau investierte der Wasserbeschaffungsverband 32.000 DM.